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Ein edles Werkzeug mit Klasse: das Laguiole-Messer

Oft kopiert und - überraschenderweise - auch erreicht: das Laguiole-Messer, traditionell ein Inbegriff französischer Handwerkskunst und stilsicherer Ausdruck einer Ästhetik des Praktischen.

Das Laguiole-Messer zeugt wie wenig andere Designobjekte von der ausgeprägten Fähigkeit französischen Handwerks. Einerseits ist es eine Kunst auch die praktischsten Dinge zu kleinen Kostbarkeiten zu machen und andererseits ein einmal gestaltetes Design über Jahrhunderte unverändert weiter bestehen zu lassen. Getreu dem Motto: Das Schöne ist zeitlos.

An und für sich ist das Laguiole-Messer ein Taschenmesser, welches in der Stadt Thiers in Zentralfrankreich von der Firma Laguiole hergestellt wird. Die Gestaltung des Messers ist im 19. Jahrhundert entstanden und seitdem nicht nennenswert verändert worden. Allerdings ist die Anschaffung eines originalen Laguiole-Messers nicht so einfach, wie Name und Herkunft glauben lassen. Denn seine Namensbezeichnung ist nicht geschützt und auch nicht schützbar. Damit kann sich theoretisch jedes Messer mit dem Namen „Laguiole“ bezeichnen, ganz unabhängig davon, wo es hergestellt wurde und von wem. Dies hat natürlich zu der Produktion unzähliger Imitate geführt, die sich alle mit diesem Namen als angebliches Qualitätsprädikat schmücken, und von denen viele noch nicht einmal aus Frankreich kommen, sondern sehr preiswert hergestellte Produkte aus dem asiatischen Raum, meist aus China, sind.

Allerdings sind die in Frankreich hergestellten Messer unter Umständen von ganz hervorragender Qualität, sodass sich in den letzten Jahrzehnten eine Anerkennung dieser Produkte von Mitbewerbern als qualitativ gleichwertig herauskristallisiert hat. Hierbei muss man auch noch bedenken, dass die Firma Laguiole neben dem berühmten Taschenmesser noch verschiedene andere Messer und Besteckteile herstellt, darunter auch inzwischen sehr berühmte und renommierte Sommelierbestecke.

Die Konkurrenzfirmen wiederum, auch die Guten, spezialisieren sich meist auf die gleichwertige Produktion eines bestimmten Besteckteiles, das nicht unbedingt das Taschenmesser sein muss, selbst wenn sie es im Angebot führen. Eine ganz besondere Erfahrung ist es übrigens, selbst in die Gegend zu fahren und sich die verschiedenen Produktionen bei Führungen anzuschauen und die minimalen Unterschiede in Haptik und Design selbst herauszufinden, im Besonderen im Hinblick auf die Gestaltung von Heft und Klinge sowie der berühmten, dekorativen Biene. Dabei wird man feststellen, dass es nicht immer nur ganze Schmieden sind, die sehr gute Messer in der Gegend herstellen, sondern manchmal winzige Ein - Mann - Betriebe, deren Qualität dem Original in absolut nichts nachstehen.


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